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67 Nach der Vereinsgeschichte macht es Sinn, die Geschichte der betroffenen Orte vorzustellen. Dazu muss man aller- dings viele Jahrhunderte zurückgehen. Damals befanden sich die Siedlungen und Straßen auf den Höhen, weil die Flußniederungen meist versumpft und unzugänglich waren. Die Besiedlung der Täler hat erst später eingesetzt. Deshalb kann man davon ausgehen, dass Dörrenberg, Stiefelhagen und Buschhausen älter sind als Ründeroth, welches 1174 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die Entstehungszeit von Dörrenberg kann nicht klar bestimmt werden. Unter Dörr verstand man dürres, trockenes Land. Namensbildungen mit -berg sind über lange Zeiträume hinweg wirksam gewesen. Sie reichen von der frühen Rodezeit um 1000 bis weit in die Nach- rodezeit (nach 1300). In der Türkensteuerliste von 1542/43 und 1565 wird schon ein Jacob op Dormerch, der auf dem Dörrenberg = dürrem, wasserarmen Berg wohnende Jacob, erwähnt. Der Ortsname wurde aber erst im 17. Jahrhundert zum festen Familiennamen. Die Türkensteuer musste von jedem Einwohner gezahlt werden. Sie diente zur Finanzierung der Türkenkriege, da die Türken immer wieder versuchten, das Abendland zu erobern. Mit dieser Einnahme wurden die Heere ausge- rüstet, die die Türken zurückschlugen. Siedlungsgeschichtlich ist Buschhau- sen, wie auch Büchlerhausen, als Grün- dung in der Zeit der sächsischen Land- nahme anzusehen. Seine Entstehung wäre damit dem 8. bis 9. Jahrhundert zuzurechnen. Dafür spricht auch die Höhenlage des Ortes. Möglicherweise gehört der Ort also zu den ältesten der Gemeinde. Der Name steht für eine Ansiedlung, die abseits im Busch (Niederwald) entstand. Laut der Türkensteuerliste zahlten 1542 in Boschhuße (Buschhausen) drei Hofbesitzer diese Steuer. Es waren Hans von Boschhuße, ein Besitzer mit Spitz- namen „Der Vogell“ und Hennycke Druyst (Heinrich im Druyst wohnend, Drust ein Flurname, der Gestrüpp oder Drost bedeutet). 1565 gab es zwei weitere Hofbesitzer in Buschhausen, nämlich den Tonys gudt (des Antonius Landgut) und den sellgen pytters gudt (des seligen, verstorbenen Peters Landgut). Hinter Stiefelhagen verbergen sich zwei Silben. Mit -hagen ist ein meist mit einer lebenden Hecke eingefriedetes Grundstück gemeint und das Beiwort Stiefel- gehört zum rheinischen Stävel, Stivel und bedeutet Pferch im Freien. Eine Bestimmung des Alters ist nicht möglich, weil die vorhandenen Kennt- nisse über die -hagen-Namen zu einer siedlungsgeschichtlichen Einordnung nicht ausreichen. 1542 gab es in Stiefelhagen folgende Hofbesitzer: 1. dey aelde tryn op dem styvellhagen (die alte Katharina auf dem Stiefelha- gen), 2. dey kempersche, (die auf dem Kamp wohnende Frau). Mit Kamp war im Oberbergischen der ortsnahe Hochwald oder Laufmischwald ohne Bodenvege- tation gemeint. 3. dey kotz. Der vorgesetzte Artikel der = dey weist stets auf einen Berufs- oder Spitznamen hin. Bei dem Namen Kotz handelt es sich um eine mehrdeutige Berufsbezeichnung. Einmal der soge- nannte Kotzmenger, der mit Kotzfleisch, d. h. mit essbaren Eingeweiden handelt oder der Kotzmacher (Kotze = grobe Wolldecke, Rock, Jacke), ferner der Kiepenmacher (zum mundartlichen Wort Köeze = Kiepe = Tragekorb). Weitere Hofbesitzer waren Kotzjohen- ges guth (des Kotz Sohn Johannes Landgut) und Knolgen = Knöllchen (Spitzname, der Mann war dick und plump wie eine Knolle). Eine wichtige Rolle spielte im 18. Jahr- hundert die in Stiefelhagen ansässige Familie Bickenbach. Sie übte durch drei Generationen hindurch das Amt des Schöffen in der Gemeinde, der ehemali- gen Bauernschaft Ründeroth, aus. In Stiefelhagen befand sich also die Gerichtsstube. Jede Bauernschaft, damals der Begriff für die politische Gemeinde, hatte neben dem Amt des Vorstehers auch noch das des Schöffen, der die niedere Gerichtsbarkeit ausübte. Gerichtstage waren in Stiefelhagen alle zwei Wochen. Verhandelt wurden klei- nere Streitigkeiten. Vor dem Schöffen wurden auch Grundstückskäufe und -verkäufe sowie Grundstücksverpfän- dungen beurkundet. Die Schöffen wurden frei gewählt, mussten aber von der Herrschaft Gimborn-Neustadt vereidigt werden. Alle drei bis vier Monate war in Gummersbach an dem „Schöppenstuhl“ ordentlicher Gerichtstag, die soge- nannte „volle Veste“. An ihr nahmen unter dem Vorsitz des Vogtes die Schöf- fen der zwölf Bauernschaften der Herr- schaft Gimborn-Neustadt teil. Die aktuelle Ortsgeschichte Das Vereinsgebiet umfasst die Orte Dörrenberg, Stiefelhagen und Buschhau- sen sowie den Dörrenberger Weg. Diese Straße verbindet die Ortschaften mit der durch Ründeroth führenden Bundesstra- ße 55. Aus den Anfangsbuchstaben der Orte leitet sich „Dö-Stie-Bu“, die Kurz- form des Vereinsnamens ab. Die Geschichte unserer Ortschaften Döstibu_17. 7. Test Plakat:Döstibu_Vorschlag.qxd 26.07.2011 13:22 Seite 67

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