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27 dem Beginn ihrer Veranstaltung etwas verspäteten und mancher gar nicht erscheinen konnte, lässt sich erklären und entschuldigen. Immerhin waren es noch ca. 45 Mann, die sich, nachdem der Vorjahresschützenkönig Werner der I. von Buschhausen den Eröffnungs- schuss abgegeben hatte, um den Titel eines Schützenkönigs bewarben. Wie es bei uns auf dem Dölmerich schon seit eh und je Brauch ist, zeigte sich keiner zu bang. Alle hielten wacker auf den Vogel drauf. Dass man sich nie im Leben vordrängen soll, hat Hans Bertram erfahren müssen. Groß war sein Schreck, als der Vogel völlig unerwartet, es waren noch keine 200 Schuss gefal- len, viel zu vorzeitig fiel. Etwas blass nahm er die ersten Glückwünsche entgegen. Wer jemals ein Vogelschie- ßen bei der Schützengilde des Dö-Stie- Bu mitgemacht hat, weiß, wie unkon- ventionell und vergnügt es hier zugeht. Wer hier Schützenkönig wird, kann stolz sein und wird von allen neidlos anerkannt. Hans der I. von Dörrenberg ist ein würdiger Nachfolger von Werner dem I. Er musste bereits nach ganz kurzer Amtszeit die ersten Delegationen der umliegenden Schützenvereine begrüßen, die sich immer mehr für unsere Schützengilde zu interessieren beginnen. Der frisch gebackene König wurde unter festlichen Klängen der Feuerwehrkapel- le von seinen Schützengildenbrüdern nach Hause begleitet, wo ihn seine Frau bzw. Königin mit einem lachenden und einem weinenden Auge beglück- wünschte. Von der Residenz des neuen Königs aus zog nun der ganze Verein, an dessen Spitze wie ein General Karl Hardt marschierte, zum Frühschoppen ins Festzelt. Hier versammelten sich im Laufe des Vormittags ca. 200 Menschen, die bei Bier und Wein, (mancher zog auch noch eine Cola vor) den Klängen der Kapelle lauschten. Die Stimmung war auch hierbei sehr gut, denn wo es ging, wurde kräftig mitge- sungen. Wenn sich Männer zu einem Früh- schoppen treffen, soll es vorkommen, dass mancher braven Ehefrau der mit viel Liebe zubereitete Sonntagsbraten schon kalt geworden ist. Es wurde berichtet, dass an diesem Tag so manche Frau sehr sauer gewesen sein soll. Wo sich die Alten erfreuen, sollen auch die Kinder nicht zusehen müssen, sagte sich der Vorstand, und richtete am Nachmittag eine Kinderbelustigung aus. Beim Eierlaufen, Sackhüpfen und Tauziehen, auch an der Kletterstange konnte man staunen, wie viele Kinder (die Oberberger sagen liebevoll Blagen oder Pänz) es in den drei Ortschaften gibt. Kleine Preise und viele Süßigkeiten wurden von den Buben und Mädels dankbar in Empfang genommen. Kinder, das zeigte sich auch hier, sind ein ganz besonders dankbares Publikum. Wenn sich auch die lieben Onkels von Dö- Stie-Bu, an ihrer Spitze Karl Maurer, noch so reichlich mit Süßigkeiten eingedeckt hatten, einmal wird auch der größte Sack leer und die Kinder- schar verlief sich. Zum großen Königsball strömte am Sonntagabend wieder viel Volk ins Zelt. Herr Kohlhage, selbst passionierter Schütze und Jäger und früherer Bürger- meister, nahm die Krönung und Amts- einführung von Hans dem I. vor. Er fand verständnisvolle Worte über das Brauchtum des Vogelschießens und über die verbindenden Kräfte der hier- durch entstehenden Geselligkeit und Gemeinschaft. Es wurde vorstehend schon erwähnt, dass benachbarte Schützenvereine die fortschreitende Entwicklung der Schützengilde des Dö- Stie-Bu`s mit Interesse verfolgen und so freute es auch, dass eine Delegation der Schimmelhäuer aus Kaltenbach am Königsball erschien, um unserem neuen König einerseits Reverenz und Ehre zu erweisen, andererseits um nachbarliche Beziehungen aufzunehmen. Wie all die vorausgegangenen Veranstaltungen verlief auch der Königsball überaus harmonisch, wobei vermerkt werden muss, dass sich unsere zahlreich erschienenen Gastarbeiter mustergül- tig, gesittet und anständig benommen haben, sodass kein Grund zur Klage vorlag. Den Abschluss unseres Festes bildete der Kehraus am Montagabend, zu dem nur die Mitglieder mit ihren Angehöri- gen eingeladen waren. Es gab Bier, Sekt, Würstchen und Schnäpse zu Preisen wie einst beim billigen Jakob. Die einstimmige Meinung war, dass dieses des Festes eigentliche Krönung und schönster Teil sei. Einerseits, da der Verein unter sich und andererseits, weil Stimmung und gute Laune wirklich Trumpf waren. Es wurde getanzt, gelacht und gesungen und mancher produzierte sich zur Freude der Anwe- senden mit solistischen Einlagen wie z. B. „Hans sitzt im Hühnerhaus“. Zieht man nun eine Bilanz des Festes, so kann man sagen, dass unser erstmaliges Bemühen, in eigener Regie den Ortsbe- wohnern von Dörrenberg, Stiefelhagen und Buschhausen einige frohe Stunden zu bereiten, wobei sich die Nachbarn vielleicht etwas näher kennenlernen und näher rücken, was ja in unserer heutigen hektischen Zeit so unbedingt notwendig ist, da sich jeder aus wirt- schaftlichen oder gesellschaftlichen Gründen bewusst oder unbewusst immer mehr von seinen Mitbürgern isoliert, dass dieses Fest ein wirklich guter Erfolg war. Denn noch Wochen Döstibu_17. 7. Test Plakat:Döstibu_Vorschlag.qxd 26.07.2011 13:19 Seite 27

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