Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

50J_DoeStieBu

26 50 Jahre – eine starke Gemeinschaft vorgesorgt. Die Plakate wurden in Druck gegeben, die Musikkapelle und Gesang- vereine, die zur Unterhaltung beitragen sollten, bestellt und die nötigen Natu- ralien eingekauft. Einen kleinen Streich spielte uns der Zeltverleiher Herchen- bach, der plötzlich erklärte, er habe für den Termin kein Zelt mehr frei. Nun, Zeltbauer gibt es mehrere und nach einigem Hin und Her fand sich eine Firma in Olpe, die ein sehr schönes Zelt von 30 x 15 Metern freihatte. Jeder Tag, der das Fest näherbrachte, wurde von allen Mitgliedern mit einem besorgten Blick zum Himmel begrüßt. Denn 1965 war das Jahr des großen Regens und fast jeder Verein in näherer und weite- rer Umgebung erlitt durch des Regens regelmäßiger Festbeteiligung eine empfindliche finanzielle Einbuße. Am Mittwoch vor dem Fest war es dann so weit, dass das Zelt mit einem schwe- ren LKW angefahren wurde. Es zeigte sich, dass die Dö-Stie-Buaner Alt und Jung zu einer sehr schlagkräftigen Mannschaft zusammenwuchsen. Was keiner vermutet oder glaubt, noch am selben Abend stand das Zelt stolz aufgerichtet. Müde – teils von der Arbeit, die doch etwas ungewohnt – und teils auch vom Bier zogen die Zelt- bauer spät am Abend heim. Es gab natürlich noch sehr viel mehr zu tun. Außenstände und Wirtschaftsbau, Weindiele, Wasserzu- und -ableitun- gen, gewisse stille Örtchen für beiderlei Geschlechter, Beleuchtungen, die weit ins Oberbergische Land hineinstrahlten, mussten errichtet werden. Es ist unmöglich, an dieser Stelle den einen oder anderen zu benennen, da sich alle mit ganzer Kraft in den Dienst der Sache stellten. Natürlich blieb auch er nicht aus: Der Regen, der uns zwang, matschfreie Wege anzulegen und den Festplatz zu befestigen. Über all das wurde kein böses Wort verloren und Hand in Hand wurden die anfallenden Arbeiten verrichtet. Männlein und Weiblein wetteiferten an der Gestal- tung des Festes. Am Freitagabend war dann alles fix und fertig. Der ganze Verein und eine relativ große Anzahl Frauen fand sich zu später Stunde noch im Zelt ein. Was es bei Dö-Stie-Bu wohl noch nie gegeben hatte, konnte man hier beobachten: Die Männer waren zum Trinken zu müde. Oder sollte die feuchte Kälte das Durst- gefühl beeinträchtigen? Ja, es war feucht und kalt. Was war aber zu tun? Es war sicher, dass bei dieser Witterung kein allzu großer Umsatz und keine allzu starke Festbeteiligung zu erwarten war. Es wurde hin und her überlegt, was zu machen war, um das Zelt zu tempe- rieren. Die einzige Möglichkeit war, einen Öl-Luftumwälzofen zu organisie- ren. Am nächsten Morgen fuhren einige Mitglieder nach Olpe, um das Heizag- gregat zu beschaffen. Inzwischen saßen die Zurückgebliebe- nen auf heißen Kohlen. Über Nacht hatte uns ein Unwetter übel mitge- spielt. Weindiele und Gulaschstube, die festlich geschmückt waren, hatten den Stürmen und der Nässe nicht standge- halten, sodass die gesamte Dekoration, die zum Teil aus Krepppapier bestand, durchgeweicht war. Also, alles noch einmal von vorne. Bald zeigte sich auch, dass der inzwischen herbeigeschaffte Luftumwälzofen lustig bullerte und eine angenehme Wärme verbreitete. Natürlich mussten nun alle informiert werden, dass das Zelt geheizt sei. Im Lautsprecherwagen saßen bewährte Propagandisten, die mit Musik und einladenden Worten für die nötige Reklame sorgten. Der Chronist muss hier noch vermerken, dass unser Boss, Karl Hardt, das Fest fast verschlafen hätte. Er war die vorausgegangene Nacht des Regens wegen nicht zur Ruhe gekommen. Er hatte etliche Male am Fenster gestanden und die Wolken angefleht. Auch im Zelt hat er einige Inspektionen vorgenommen. Es muss doch etwas genutzt haben, am Nach- mittag brach die Sonne durch, sodass alles freundlicher wurde. Unsere Bemühungen wurden belohnt. Das Zelt war am Abend bis auf den letz- ten Platz besetzt. Alles zeigte sich erfreut über die angenehme Wärme und die Bierhähne begannen munter zu laufen. Der Musikzug der Freiwilligen Feuer- wehr Marienhagen spielte zum Tanz auf und der Männer- und Frauenchor von Wiehlmünden brachte Lieder zum Vortrag, die vom Publikum dankbar aufgenommen wurden. Zu den Rednern, die das Fest eröffneten, gehörten unter anderem Herr Bürgermeister Jeschkeit und Landtagsabgeordneter Fritz Eschmann. Beide Herren lobten die Initiative des jungen Vereins und wünschten, dass seine Bemühungen zum Wohle der Allgemeinheit auf fruchtbaren Boden fallen mögen. Das Fest lief bald auf vollen Touren. Von allen Ständen und Posten wurden im Flüsterton gute Umsätze gemeldet, so- dass nach kurzer Zeit unsere größte Sorge, die finanzielle Rendite, zu schwinden begann. Es wäre zu zeitrau- bend, auf all das einzugehen, was sich alles auf dem Festball abspielte. Dank der gemütlichen Wärme herrschte ein fröhliches, ungezwungenes Treiben, das bis in den frühen Morgen, als es lang- sam zu tagen begann, anhielt. Kaum hatten die letzten das Zelt verlassen, sorgten wieder fleißige Hände für Ordnung und trafen Vorbereitungen für die am Sonntag stattfindenden Veran- staltungen. Das Programm des Sonntags sah vor, dass am Morgen um 10 Uhr das Königs- vogelschießen der Schützengilde mit anschließendem Frühschoppen stattfin- den sollte. Dass sich die Schützen mit Döstibu_17. 7. Test Plakat:Döstibu_Vorschlag.qxd 26.07.2011 13:19 Seite 26

Seitenübersicht